kultiversum Startseite
Noch nicht angemeldet?   Registrieren

  |   Passwort vergessen
Warenkorb
Stuttgart

Der Raub der Sabinerinnen
Foto: Conny Mirbach

Selbstkritik ist noch immer ein rares Gut, obwohl sie so große Sympathien erzeugt. Sebastian Hartmann hat das erkannt und tut, was die Seehofers, Beckenbauers, Winterkorns und Petrys dieser Welt so krampfhaft vermeiden, bis sie niemand mehr mag: Er stellt öffentlich fest, dass er daneben lag. Im Programmheft zu seiner dritten Stuttgarter Inszenierung gibt er zerknirscht zu, dass seine beiden Vorgängerversuche am Ort leider kein Publikum fanden, weswegen er seine Her­angehensweise wohl mal kritisch reflektieren sollte. Dafür wählt Hartmann eine Komödie, die trotz ihrer Geburtsstunde im Zeitalter Bismarcks über alle gesellschaftlichen System- und Kulturwechsel hinweg als Garant für hysterisches Lachen gilt: «Der Raub der Sabinerinnen» von Paul und Franz von Schönthan, eine herrliche Klamot­te über ein misslungenes Theaterstück und die Eitelkeiten des Provinzbürgertums, die immer wieder adaptiert und aufgeführt sowie zigmal ver­filmt wurde.

Mehr kann man auf ein Publikum aus Schwaben, das mit sauertöpfischer Miene Hartmanns Kunstbehandlung von «Staub» (nach Sean O’Casey) und «Im Stein» (nach Clemens Meyer) über sich ergehen ließ, wohl nicht zugehen. Aber lässt sich Hartmanns Leipziger Geist im Stuttgarter Talkessel wirklich zu einer tränenfeuchten Deliklamottesse aufkochen? Dieser unbezwingbare Trotz, nichts so stehen zu lassen, wie es eigentlich gemeint ist, und alle Einfälle stets mit einer kräftigen Drehung «Denkste» zu versehen, mit der Hartmanns Truppe in der Bachstadt vor ein paar Jahren ein Anti-Theater erzeugte, das ständig zwischen albern und aufmüpfig hin und her changierte. 
 
Man ahnt es schon, natürlich nicht. ...
 
 
Rezensent: Till Briegleb
 
Registrierte Abonnenten können die vollständige Rezension im E-Paper oder hier lesen.

26.01.2017

Nachricht schreiben!


Betreff:
Theaterheute
Held Hübchen!
Am 21.02. feiert er seinen 70sten Geburtstag - Henry Hübchen. 1994 war er «Schauspieler des Jahres». Anlässlich dieser Auszeichnung schrieb Frank Castorf diesen Text: Weiter
Süchtig nach dem Unmöglichen
Der Schauspieler Andreas Döhler kann anstrengend ein. Aber es lohnt! Weiter
89/90
wieder am 22.2. Peter Richters Wenderoman «89/90» wird von Christina Rast auf die Bühne gebracht. Weiter

Probeabo
Testen Sie Theater heute
... in der Print- oder Digital-Version
Theater heuteTheater heute
Theater heuteTheater heute Jeden Monat das Wichtigste zur neuen Ausgabe von Theater heute vorab – und zu den Themen, die Theater heute bewegen.
Bestellen
Service
«Theater heute»-Archiv
Hier finden Sie alle Inhaltsverzeichnisse, Titelbilder und Volltextartikel seit 2005 sowie alle Jahrgangsregister seit 1960.



Kontaktanfrage





Beitrag melden!


Geben Sie hier eine Begründung an, warum Sie hier einen Inhalt bedenklich finden (z.B. Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung, Anstiftung zu einer Straftat). Vielen Dank! Ihr kultiversum-Team





Setzen Sie Ihren Bookmark!