kultiversum Startseite
Noch nicht angemeldet?   Registrieren

  |   Passwort vergessen
Warenkorb
Kritikerumfrage 2013

Die Gewinner
44 Kritiker! Geballte Kompetenz, Urteilskraft, Gefühlsstärke und Sensibilität! Dabei ist selbstverständlich jede ästhetische Wertung hochindividuell und unübertroffen. Und wenn sich dann noch einige unserer Kritikerkollegen unerwartet einig werden, ist die Überraschung perfekt: Die Sieger des Jahres, die Stücke, Inszenierungen, Spieler und Theater der Saison!

Sie können die Fahnen hissen! In seiner dritten Spielzeit (und nachdem er seinen Abschied für 2015 schon angekündigt hat), führt Johan Simons die Münchner Kammerspiele ganz nach oben aufs Siegertreppchen – mit 10 Kritikerstimmen sind sie Theater des Jahres 2013! Und auch die einhelligsten Darstellerlobpreisungen gehen nach München. Schauspielerin des Jahres und mit 16 Stimmen unangefochten an der Spitze aller Kritikerübereinstimmung liegt Sandra Hüller für ihre Shopping-Lady in Elfriede Jelineks «Die Straße. Die Stadt. Der Überfall», Schauspieler des Jahres mit 5 Stimmen wurde Steven Scharf als Michel in Houellebecqs «Plattform». Auf Platz zwei folgt bei der Damenwahl eine weitere Kammerspielerin, Wiebke Puls als Lady Torrance in «Orpheus steigt herab», gemeinsam mit Lina Beckmanns Kölner Frau John in den «Ratten», beide mit 5 Stimmen. Und auch beim Nachwuchs haben die Münchner Kammerspiele die Nase vorn: Nachwuchsschauspieler des Jahres mit 7 Stimmen (plus 2 in der Hauptkategorie) ist Orpheus Risto Kübar, Nachwuchsschauspielerin mit 3 Stimmen Anna Drexler als Sonja in Simons’ «Onkel Wanja»; eine Ehre, die sie sich mit Marie Rosa Tietjens Laura in der Frank­furter «Glasmenagerie» und Julia Häusermanns Performance in «Disabled Theater» teilt. Nachwuchsregisseurin des Jahres mit 5 Followern (und einer Extrastimme in der Hauptkategorie) ist Susanne Kennedy mit ihrem hochformalistischen «Fegefeuer in Ingolstadt» an den Kammer­spielen, deren Kostüme Nachwuchskostümbildnerin Lotte Goos (4 Voten plus 1) erdacht hat.

Herzliche Glückwünsche an die Münchner Kammerspiele! Aber es gibt noch mehr zu preisen. Zum Beispiel das Schauspiel Köln, das es in Karin Beiers letzter Spielzeit mit 5 Stimmen noch einmal auf den zweiten Platz als Theater des Jahres gebracht hat, mit 4 Stimmen folgt das Centraltheater Leipzig in Sebastian Hartmanns letzter Saison. In Köln hat Karin Henkel auch Hauptmanns «Ratten» inszeniert, für die sich 4 Kritiker als Inszenierung des Jahres erwärmen konnten, jeweils 4 Stimmen fielen auch auf Sebastian Nüblings «Orpheus steigt herab» von Tennessee Williams, Münchner Kammerspiele, und Luk Percevals «Jeder stirbt für sich allein» am Hamburger Thalia Theater. Das gigantische Modell aus Gebrauchsgegenständen, das Annette Kurz für Percevals Fallada-Dramatisierung schuf, ist mit 5 Stimmen das Bühnenbild des Jahres. Andrea Schraads Morph-Suits für Andreas Kriegenburgs «Sklaven» am Deutschen Theater sind für 4 Kollegen die Kostüme des Jahres.

Und die Deutschsprachigen Stücke des Jahres, an denen sich die Fantasie von Regisseuren, Bühnenbildnern, Schauspielern überhaupt erst entzündet? Sie stammen 2013 von Frauen, fast nur von Frauen! Das Stück des Jahres hat nach Meinung von 9 Kritikern Felicia Zeller mit dem kreativen Stress-Debakel «X-Freunde» geschrieben, 4 Voten bekamen Moritz Rinke für seinen Nachspielhit «Wir lieben und wissen nichts» und Marianna Salzmann für ihr Drei-Generationen-Stück «Muttersprache Mameloschn», mit dem sie auch in der Nachwuchs-Kategorie mit weiteren vier Stimmen Zweite wurde und mit dessen Uraufführung am Deutschen Theater Brit Bartkowiak zweitplatzierte Nachwuchsregisseurin d.J. wurde. Mülheim-Gewinnerin Katja Brunner ist mit 10 Stimmen (plus 2 im Hauptfach) für ihr Missbrauchsstück «von den beinen zu kurz» Nachwuchsautorin des Jahres. Die Dritte im Nachwuchs-Bunde ist Azar Mortazavi, deren Stück um die Sehnsucht nach Zugehörigkeit, «Ich wünsch mir eins», 3 Stimmen in der Nachwuchskategorie und eine in der Hauptkategorie erhielt. Gender-Quote übererfüllt!

Worüber soll man sich da noch ärgern? Immer noch über die Endlos­sanierung des Stuttgarter Schauspielhauses (6 Ärgerliche), die Absetzung von Burkhard Kosminskis «Tannhäuser» in Düsseldorf (4) oder die pc-Keule von Bühnenwatch (3)? Schwamm drüber. Die nächste Spielzeit steht vor der Tür. Mit neuem Ärger, neuen Freuden, neuen Siegern.

Zum Inhaltsverzeichnis des Jahrbuchs.


05.09.2013

Nachricht schreiben!


Betreff:
Theaterheute
Der Spendengenerator
Das Zentrum für Politische Schönheit droht Flüchtlinge Tigern vorzuwerfen Weiter
Nachruf: Luftgeist mit Würde
Stefan Bachmann zum Tod von Silvia Benz Weiter
Doppelgeschöpf, weiblich
Im Kinofilm «Toni Erdmann» spielt Sandra Hüller die Hauptrolle. 2013 war sie Schauspielerin des Jahres. Ein Porträt aus dem Jahrbuch 2013 Weiter

Probeabo
Testen Sie Theater heute
... in der Print- oder Digital-Version
Theater heuteTheater heute
Theater heuteTheater heute Jeden Monat das Wichtigste zur neuen Ausgabe von Theater heute vorab – und zu den Themen, die Theater heute bewegen.
Bestellen
Service
«Theater heute»-Archiv
Hier finden Sie alle Inhaltsverzeichnisse, Titelbilder und Volltextartikel seit 2005 sowie alle Jahrgangsregister seit 1960.



Kontaktanfrage





Beitrag melden!


Geben Sie hier eine Begründung an, warum Sie hier einen Inhalt bedenklich finden (z.B. Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung, Anstiftung zu einer Straftat). Vielen Dank! Ihr kultiversum-Team





Setzen Sie Ihren Bookmark!