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Basel

Drei Schwestern
Foto: Sandra Then
Wieder ab 11. Februar; Simon Stones Tschechow-Bearbeitung

Schon in seinen Ibsen-Überschreibungen hat Simon Stone sich zunehmend von den kanonischen Vorlagen losgelöst und sie nicht nur in eine zeitgenössische Kommunikations- und Objektwelt übertragen, sondern auch in die Handlung eingegriffen. So wurde zuletzt am Hamburger Schauspielhaus aus «Peer Gynt» ein Stück über drei Frauengenerationen, die sich mit derselben Rücksichtslosigkeit wie Ibsens weltreisender Protagonist durchs Leben bewegen, nicht zuletzt auf Kosten ihrer Töchter, die zwanghaft in ihre Fußstapfen treten. Auch in Stones «Drei Schwestern» steht so gut wie kein Satz von Tschechow mehr, dafür sind seine Repliken aufmerksam der Wirklichkeit abgelauscht. Und obwohl die Handlung im Großen und Ganzen der Vorlage folgt, verschiebt sie sie treffend im Detail.

Statt «nach Moskau» wie ihre Vorbilder wollen die deutsch-schweizer Bürgerkinder eher nach Berlin oder in ein kuschliges Zweier-Apart­ment in Brooklyn. Nicht die Stadt brennt, sondern Alexanders psychisch kranke Ehefrau hat das eigene Haus angezündet. Und am Schluss gibt es kein Duell, sondern aus anderen Gründen einen Toten. Dass Stone dabei so manchen Konflikt und Gedanken, der bei Tschechow unausgesprochen mitschwingt, offen ausformuliert, kann man als Verlust an Tiefe bedauern – oder als Anpassung an die Gesprächs­usancen einer durchtherapierten Gesellschaft schätzen.

Dass Stone dennoch in keine Fernsehrealismusfalle tappt, hat mehrere Gründe. Zum einen macht sich das prachtvoll aufgelegte Basler Ensemble leicht aufgedreht, mit hohem Tempo und großer körperlicher Präzision über das üppige Gesprächsmaterial her, ohne in einer homogenen Spielweise aufzugehen.

Rezensent: Eva Behrendt
 
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10.02.2017

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