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Berlin

OZ – The Wonderful Wizard
Foto: Enrico Nawrath
Seit seinem Erscheinen hat «The Wonderful Wizard of OZ» nicht nur in Amerika ganze Lesergenerationen bezaubert. Auch in Europa gilt die Erzählung von L. Frank Baum längst als ein Klassiker der Kinderliteratur. Vielfach verfilmt, immer wieder zitiert, gibt es den amerikanischen Mythos an der Komischen Oper jetzt getanzt: eine Produktion des Staatsballetts.

Beschreibung:

Wer zu spät kommt, den bestraft nicht unbedingt die Geschichte. Dorothy jedenfalls gerät mitten hinein in die stürmischsten Turbulenzen, weil sie sich nicht wie Tante Em und Onkel Henry rechtzeitig in Sicherheit bringt. Doch sie hat Glück im Unglück und erschlägt mit ihrem hinweggefegten Haus die böse Hexe des Ostens. Sie erbt zwar deren Silberschuhe. Allein, um wieder an den heimischen Herd zurückzukehren, muss sie erst den «Wunderbaren Zauberer von OZ» um Beistand bitten.

Der Weg ist das Ziel, meint dazu Giorgio Madia, dem das Staatsballett Berlin bereits «Alice’s Wonderland» zu danken hat. Und er zeigt denn auch Dorothy auf einer ebenso amüsanten wie trickreich abenteuerlichen Wanderschaft, nach und nach begleitet von einer Vogelscheuche, einem Blechmann und einem Löwen, dem im Lauf seines Lebens aller Mut abhanden gekommen ist. Nur mit ihrem Hund Toto hat der Gast-Choreograf aus Italien offenbar nichts anfangen können – was umso bedauerlicher ist, weil ihm gerade für Dorothys Freunde ein paar hübsche Bewegungspointen eingefallen sind.   

Bewertung:
Es ist überhaupt eher ein Spaß für die Kleinen als ein choreografisches Ereignis. Vor allem in den «Begleitrollen» Vogelscheuche, Blechmann und Löwe optimal besetzt, kommen Dorothy & Co. bei den Kindern bestens an. Noch mehr Effekt macht das Bühnenbild. Momme Hinrichs und Torge Møller, besser bekannt unter dem Label fettFilm, haben sich aber auch im Medienverbund mit Bühnenbild (Cordelia Matthes) und Kostüm (Bruno Schwengl) ein paar tolle Tricks einfallen lassen: ein fliegendes Haus, computergenerierte Animationen und jede Menge Munchkins, Mäuse, Krähen und Kampfbäume. Kurz: alles, was zu «OZ – The Wonderful Wizard» dazugehört, auch wenn sich der Zauberer am Schluss als ein Scharlatan herausstellt. Und der ist schnell vergessen, wenn das Ensemble aufjauchzend in den Orchestergraben springt, der voller Luftballons ist, und das Publikum damit nicht nur zum Beifall animiert.


25.03.2011 Hartmut Regitz
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