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Eugénie Rebetez

Gina
Foto: Augustin Rebetez
Wer sie in Zimmermann De Perrots «Öper Öpis» sah, wird das Bild der burlesken, pummeligen Persönlichkeit in rosa-rot noch in Erinnerung haben. Jetzt wissen wir, wie sie wirklich heißen will: In ihrem Solo «Gina» verblüfft Eugénie Rebetez mit Selbstironie, die alle Hüllen fallen lässt.

Beschreibung:
Showtime! « My name is Gina, not yet Lollobrigida / I’m from Jura, a fat Swiss Diva / Queen of the flesh / I like to eat / I’m so sweet, I’m from Swiss / Remember my face ». Look at me und meine Schokoladenseiten! Gina spielt Trompete und singt dazu. Nicht gleichzeitig, aber fast. Und das wahre Ideal ist nicht Lollobrigida: Her name was Lola, she was a showgirl... Und Lola war schlank.

Aber war sie Kabarettistin? Konnte sie, wie Rebetez, auf der Bühne das Walross machen, konnte sie die Koloraturen der Callas in ein Schwabbeln der Arme übertragen oder in einen Spagat fallen, dass man Angst um den Bühnenboden hat? Was hatte Lola überhaupt anzubieten, um uns zum Lachen zu bringen? Die Lyrics von Barry Manilow wollen uns doch nur zu Tränen rühren. Bei«Gina» wird gelacht. Rebetez zeigt uns, wie sie trotz Esslust und ausufernden Hüften dem zeitgenössischen Tanz ein Menge zu bieten hat, und das nicht nur auf der Waage. Brilliant triumphiert sie über den konventionellen Blick auf ihren Körper und weiß auch, wie sie sich als Top-Model etablieren kann, nämlich indem sie sich verrenkt bis sie uns kopfüber anblickt. So dass wir ihr Gesicht bestimmt nicht vergessen werden. Warum also sollte sie zum Schluss nicht auf deutsch singen: «Ich liebe mein Leben»? Kein Vergleich mit der abgehalfterten Lola, die sich an der Copacabana um ihre letzten Jahre säuft. Dieser Eugénie gehört die Zukunft, wie den etwas beleibteren Tänzern überhaupt. Beleibt = beliebt. Schließlich brauchen wir neue Persönlichkeiten, bevor die ganz aussterben, Multitalente wie diese «Gina», die das savoir-faire von früher mit der Kunst von heute verbinden. Zeitgenössisches Kabarett, getanzt als sensible Personality-Show. «I’m a dancer – you see I’ve sweat a lot already». Und wir haben und bestens amüsiert mit der «Swiss Diva».

Bewertung:

Soll man wegen ihres Humors hingehen, wegen ihrer sinnlichen Stimme, oder wegen ihrer Persönlichkeit? Weil sie im Vorbeirennen ihre Brüste hüpfen lässt oder weil ihr die Kapitänsmütze so gut steht? Wer zu lange grübelt, bekommt wohl keine Karten mehr.


02.11.2010 Thomas Hahn

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