Antony Gormley zählt zu den einflussreichsten zeitgenössischen Bildhauern Großbritanniens. Im Mittelpunkt seines Schaffens steht der menschliche Körper, mit dem der Künstler in immer neuen skulpturalen Konstellationen großer Ensembles oder in Form von Einzelfiguren Raum und Wahrnehmung hinterfragt.
Seit 25 Jahren betreibt er eine Neubelebung des Menschenbildes in der Skulptur - unter Einsatz des eigenen Körpers als Thema, Werkzeug und Arbeitsmaterial. In seinen aktuellen Werken tritt an die Stelle von Masse und definiertem Volumen zunehmend die Auseinandersetzung mit Energiesystemen, -feldern und -vektoren.
Das Kunsthaus Bregenz (KUB) zeigte vom 12. Juli bis 23. August 2009 vier Serien des Künstlers: die Werkreihe Expansions, Allotment, Critical Mass und Clearing. In den Kontext der Architektur Peter Zumthors eingebettet, repräsentieren die Werke die schmale Gratwanderung der menschlichen Psyche zwischen einer Selbstvergewisserung als Individuum und der Kontextualisierung durch den architektonischen Umraum.
Das Katalogbuch zur Ausstellung ist im August 2009 erschienen und enthält eine umfassende Präsentation von Gormleys Werken. Für die Essays konnten der bekannte Neurowissenschaftler Antonio Damasio, der Philosoph Marcus Steinweg und der Kunsthistoriker Yilmaz Dziewior als Autoren gewonnen werden. Yilmaz Dziewior verortet Gormleys Werk kunsthistorisch, Antonio Damasio erläutert dessen Schaffen aus der Perspektive der Bewusstseinsforschung, und Marcus Steinweg befasst sich vor dem Hintergrund erkenntnisphilosophischer Theorien mit Gormleys Skulpturen.
Kunsthaus Bregenz (Hrsg.):
Antony Gormley
Ausstellungskatalog, ca. 176 Seiten, deutsch/englisch, 52,00 Euro.