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Buchbesprechung

Roberto Bolle an der Scala
Schöne Männer


Ein brandneuer Prachtband des italienischen Superstars Roberto Bolle zeigt – nahezu – alles, was den Étoile der Scala, den geliebten Gast am Royal Ballet, den Umschwärmten von Petersburg über Paris bis nach New York so auszeichnet: Er ist eine Ikone männlicher Schönheit, ein Topmodel mit einem sagenhaften Körper, perfekt für jede Modestrecke.

Und dann dieses nette Gesicht. Auf weißem Buchcover schaut er dich an: Roberto als Apollo in weißem Trikot. Das ist nur der Anfang. Lauter schmeichelhafte Bilder, die er selbst ausgesucht hat.

Valeria Crippa, Journalistin beim Corriere della Sera, schrieb die Einleitung und Texte, die von Bild zu Bild hangelnd versuchen, nicht nur seine Karriere nachzuzeichnen, sondern auch das Geheimnis seines ungewöhnlichen Erfolgs als «Il Principe del Teatro» zu ergründen. Wie kann der Junge aus einem Dorf im Piemont in nur 33 Jahren zum Weltstar aller Bühnen dieses Planeten werden?

Terpsichore rief ihn früh, seine Familie unterstützte ihn, an der Ballettschule der Scala erhielt er die notwendige Ausbildung. Rudolf Nureyev sah ihn in einer Klasse im Jahr 1990 und wollte ihn als Tadzio für sein Ballett «Tod in Venedig» nach Thomas Mann. Man verweigerte den Wunsch, und Bolle war so enttäuscht, dass er weit über seine Kraft hinauswuchs. Stattdessen begann er gleich als Romeo bei Kenneth MacMillan.

Mit Giulietta-Beatrice Carbone (die aus der Tänzerdynastie, ihr Bruder Alessio ist Erster Tänzer am Pariser Opernballett) verband ihn auch in Wirklichkeit eine erste Liebe. Dann tanzte er mit Alina Cojocaru, Julie Kent und leidenschaftlich mit Alessandra Ferri.

Elisabetta Terabust, ehemalige Leiterin des Balletts der Scala, wollte diesen hübschen Jungen schon 1997 zum Étoile machen (er wurde es 2004). Ein Frauenschwarm, ganz klar. Weiter ging’s mit Marta Romagna, Darcey Bussell, Diana Vishneva, Svetlana Zakharova, Polina Semionova, Sylvie Guillem, Lucía Lacarra, Myrna Kamara, Eleonora Abbagnato, Lisa-Maree Cullum.

Er aber, blättert man im Buch, spricht nur über seine Gesundheit, die harte Arbeit, die athletische Form, die Intensität seines Lebens im Tanz, der ganz allein das «Zentrum seines Lebens» sei. Sehr brav. Und ehrlich gesagt: sehr verführerisch.

Das Buch ist erhältlich unter: robertobolle.com

 


Elisa Guzzo Vaccarino / ballettanz / Seite 22 / Februar 2009

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