Zu Beginn schleift ein Tänzer ein Mädchen am Bein vom Foyer auf die ebenerdige Bühne. Vergewaltigungsopfer? Beute eines wilden Tieres? Mensch, Tier, Pflanze – in ihrem stilisierten Natur-Kosmos verwischen Avi Kaiser und Sergio Antonino die Grenzen. In seinen «Wald Variationen» inszeniert das israelisch-italienische Choreografen-Duo Bewegungen, Klänge und architektonische Strukturen des Waldes auf einer leeren Bühne. Ohne je plastisch zu werden, entwirft es zur Uraufführung in der Krefelder Fabrik Heeder einen pulsierenden Lebensraum.
Ein Tänzer springt koboldhaft herum wie der Puck aus Shakespeares «Sommernachtstraum». Oder ist er ein Äffchen? Myriam Graulus' Querflöte bläst empört Alarm: Sie kreischt, zischt und grunzt sogar. Beeindruckend verwandelt sie die Klänge der Natur in Musik. Die Basis bilden Werke des Komponisten Salvatore Sciarrino und «Atemlied» von Toshio Hosokawa.
Der Wald tanzt. Vier Männer, darunter Kaiser
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