Leise klingen die Schellenbänder am Handgelenk der Zuschauer. Als Zeichen einer temporären Gemeinschaft am Einlass überreicht, begleitet ihr Klang die Aufführungen von Sebastian Matthias’ und Michael Wolters’ «Danserye». Zeitgenössisch reinterpretieren der Choreograf und der Komponist in ihrem Tanz-Musik-Event eine altniederländische Partitur: Tielman Susatos «Musyck Boexken Danserye» aus dem Jahr 1551, eine Sammlung von Noten zu damals gängigen Gesellschaftstänzen wie Ronde, Pavane oder Allemande.
Ein Klangspektrum zwischen historischer Aufführungspraxis und Neuer Musik ermöglicht die Besetzung mit Geige (Simon Goff), Akustikgitarre (Paul Norman), Blockflöte (Michelle Holloway) und Klarinette (Jack McNeill). Instrumentierung sowie Rhythmus- und Tonhöhenwechsel lassen die Renaissancemusik zeitweise wie Klezmer oder Free Jazz klingen.
Auch choreografisch gelingt die Hybridform zwischen Rekonstruktion und Neuschöpfung. Die Bewegungsqualitäten von «Danserye» hat Sebastian Matthias auf Grundlage des Traktats «Orchésographie» von Thoinot Arbeau erarbeitet, teils mit Unterstützung
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