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Seltsame Ansichten einer Tänzerin
Svetlana Zakharova, erste Solistin des Moskauer Bolshoi, im Interview:

Wie steht es aus Ihrer Sicht mit der künstlerischen Freiheit in Russland? Manchmal gibt es zu viel davon. Ich sehe hin und wieder Inszenierungen, wo ich weiß: So etwas hätte man früher nicht akzeptiert, das wäre nie gezeigt worden. Wenn auf der Bühne irgend so ein Exzess veranstaltet wird, ist das nicht nach meinem Geschmack. Aber das geschieht ja nicht nur in Russland, vor allem in Westeuropa spielt sich teilweise Grauenvolles ab. Auf der Bühne sollte es immer Schönheit geben.

Kunst als schiere Repräsentation des Schönen – ist das nicht eine etwas antiquierte Auffassung? Die Leute gehen doch ins Theater, weil sie sich erholen wollen. Es gibt so viel Gewalt und Negatives auf der Welt. Wenn der Zuschauer ins Theater kommt, dann soll er all das vergessen können. Er soll etwas Schönes sehen und positiv gestimmt hinausgehen. Theater sollte immer eine abstrakte Kunst bleiben, nicht echt und realistisch. Deswegen meine ich, dass es im Moment zu viel künstlerische Freiheit gibt.

Wie sehen Sie vor diesem Hintergrund das Verfahren gegen Pussy Riot? Ich kann mir nicht vorstellen, dass in Ihrem Land Künstler einfach so in eine Kirche gehen können und dort das machen, was Pussy Riot gemacht haben.

Man würde sie zumindest nicht in ein Straflager stecken. Das wissen Sie nicht, weil es so eine Provokation in Ihrem Land noch nicht gegeben hat. Ich will mir nicht vorstellen, wie man in einem islamischen Land mit diesen Frauen umgegangen wäre.

Das hat Regierungschef Medwedew so formuliert. Das sagt nicht nur Medwedew, das sagen alle, und das verstehen alle. Mich als religiöse orthodoxe Christin hat das auch beleidigt. Wie gesagt: Wäre das in einem muslimischen Land geschehen – nicht auszudenken, was mit diesen Frauen passiert wäre.

Das vollständige Interview erschien in «tanz» 2/2013. Abonnenten finden es hier.


30.01.2013

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