Am 7. März 2010 wird vor dem Kodak Theatre der rote Teppich ausgerollt: ein Überblick über die möglichen Oscar-Preisträger.
Meistens gibt es ja einen klaren Gewinner in der Oscar-Nacht. Im letzten Jahr war das Danny Boyles Indien-Epos «Slumdog Millionaire», das mit insgesamt acht Oscars, darunter die beiden wichtigsten für den besten Film und die beste Regie, zum Abräumer der Gala im Kodak Theatre wurde. Den Oscar-Rekord hält, knapp vor «Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs», das Eisberg-Drama «Titanic» mit elf Trophäen bei 14 Nominierungen.
«Titanic»-Regisseur James Cameron kann diesen Eigenrekord zwar in diesem Jahr sicher nicht mehr brechen: sein 3D-Umweltmärchen «Avatar» ist lediglich für neun Trophäen nominiert, doch er ist sicher einer der beiden heißesten Favoriten der kommenden Oscarverleihung. Der andere, «Tödliches Kommando - The Hurt Locker», ein Film über den Alltag eines Bombenentschärfungskommandos im Irak, stammt ausgerechnet von Camerons Ex-Frau Kathryn Bigelow. Sollte sie in der Kategorie beste Regie gewinnen, wäre sie die erste oscargekrönte Regisseurin in der Geschichte der Academy Awards. Aber immerhin bliebe es ja dann wenigstens in der Familie.
Ins Rennen um den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film geht auch dieses Jahr wieder eine deutsche Produktion. Darüber hinaus ist Michael Hanekes in schwarz-weiß gedrehte Dorf-Horrorgeschichte «Das weiße Band», die bereits mit dem europäischen Filmpreis und der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet wurde, auch noch für den Preis für die beste Kameraführung (Christian Berger) nominiert.
Verliehen werden die Oscars am 7. März, die Gala im Kodak Theatre wird in diesem Jahr von Steve Martin und Alec Baldwin moderiert. Am Tag vorher, also am 6. März, werden übrigens - wie in jedem Jahr - die Goldenen Himbeeren für die schlechtesten Filme, Regisseure und Schauspieler des Jahres vergeben. In der Kategorie «schlechteste Hauptdarstellerin» ist u. a. Sandra Bullock für «Verrückt nach Steve» nominiert, die gute Chancen hat, am Tag darauf bei den Oscars für ihre Leistung in «Blind Side» zur besten Hauptdarstellerin gekürt zu werden. Verrücktes Hollywood.