Am 11. Februar fällt der Startschuss für die 60. Berliner Filmfestspiele.
Mit der Welturaufführung der restaurierten Langfassung von Fritz Langs «Metropolis» macht sich die Berlinale ein spektakuläres Jubiläumsgeschenk. Die Premiere findet am zweiten Festivaltag, dem 12. Februar, auf mehreren Kanälen gleichzeitig statt: in Berlin und in Frankfurt wird der Film mit Live-Orchesterbegleitung gezeigt, außerdem gibt es ein «Public Viewing» vor dem Brandenburger Tor, und wem das zu kalt ist, der kann sich den auf Originallänge gebrachten Stummfilmklassiker auch im Fernsehen (in der Liveübertragung der Berliner Gala auf arte) anschauen.
Von Samstag, 13.2. bis zum Ende der Berlinale am 21.2. berichtet kultiversum täglich über die Highlights des Festivalprogramms.
Einen Tag vorher, am 11. Februar, wird im Berlinale-Palast am Potsdamer Platz mit Berlinale-Präsident Dieter Kosslick, Kulturstaatsminister Bernd Neumann, dem Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit und dem Jury-Präsidenten Werner Herzog die offizielle Festivaleröffnung gefeiert (Moderation: Anke Engelke).
Der Wettbewerb, in dem dieses Jahr 20 Filme gegeneinander antreten, startet am selben Abend mit einem Beitrag aus China: «Tuan Yuan (Apart Together)» von Wang Quan’an, der 2007 für «Tuyas Hochzeit» mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde. Der Goldene und die Silbernen Bären werden am 20. Februar vergeben. Zu den Kandidaten gehört auch «Ghost Writer», der neue Film von Roman Polanski, dessen Weltpremiere für den zweiten Festivalabend angesetzt ist. Zwei Gewinner stehen schon vor Berlinale-Beginn fest: die Ehrenbären gehen an die Schauspielerin und Fassbinder-Muse Hanna Schygulla und an den Drehbuchautoren Wolfgang Kohlhaase.
Der Wettbewerbs-Jury gehören neben Werner Herzog die italienische Regisseurin Francesca Comencini, der somalische Schriftsteller Nuruddin Farah, die deutsche Schauspielerin Cornelia Froboess, der spanische Produzent José Maria Morales sowie die chinesische Schauspielerin Yu Nan und die US-amerikanische Schauspielerin Renée Zellweger an.
Nicht nur das Festival selbst feiert 2010 ein Jubiläum: Die Sektion «Internationales Forum des jungen Films» wird 40 Jahre alt. Ihre Wurzeln hat sie in einer Gegenveranstaltung zur damals von vielen jüngeren Filmschaffenden als konservativ empfundenen Berlinale, die die «Freunde der deutschen Kinemathek e.V.» im Sommer 1969 in der Akademie der Künste ins Leben riefen. Nur zwei Jahre später wurde die kritische Fraktion ins große Festival integriert und ist als «Forum» für oft abseitige filmische Entdeckungen aus aller Welt zum integralen Berlinale-Bestandteil geworden. In einer eigenen Filmreihe werden im diesjährigen Forum die Highlights aus 40 Jahren präsentiert, ausgesucht von 12 Filmschaffenden, die alle selbst schon einmal Arbeiten in der Sektion vorgestellt haben.
Auch die «große Retrospektive» der Berlinale steht ganz im Zeichen der Festivalgeschichte. Dass ausgerechnet der Film, der 1970 zum ersten und einzigen Mal einen vorzeitigen Abbruch der Berlinale auslöste, im Jubiläumsjahr nicht gezeigt wird, liegt der Berlinale-Leitung zufolge daran, dass sich der Verleiher von Michael Verhoevens «o.k.» geweigert hat, den Vietnamkriegs-Schocker zur Verfügung zu stellen.