(Kinostart: 23.12.) Tom Tykwer versucht mit seiner Ménage à trois die Grenzen des neokonservativen Berlins zu erweitern, scheitert aber irgendwo zwischen bemühtem Bildungsbürgertum und einer zu affektierten statt radikalen Ästhetisierung.
Drei
Regie: Tom Tykwer
Darsteller: Sophie Rois, Sebastian Schipper, Devid Striesow
Deutschland 2010, 119 Minuten
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Beschreibung:
Die Fernsehmoderatorin Hanna (Sophie Rois) und ihr Mann, der Galerist Simon (Sebastian Schipper), stehen - vermutlich ohne zu bemerken, wie es soweit kommen konnte – mitten im Leben und sinnbildlich für eines der Paare, von denen sich unzählige in Berlins Mitte und Prenzlauer Berg tummeln. Einzig der Kinderwunsch blieb ihnen verwehrt. Aufgeklärt wie die beiden sind, wissen sie dies aber zu kompensieren, wie wohl alles in ihrem zwar potentiell freien, aber doch sehr festgefahrenem Leben.
Erst als der Gentechniker Adam (David Striesow) wie von Zauberhand geleitet in deren beider Leben eindringt, kommen die Dinge in Bewegung. Beide verlieben sich in den Unbekannten und geben sich dem Reiz des Neuen hin...
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Bewertung:
Tom Tykwer kehrt nach seinen großen internationalen Produktionen nach Berlin zurück und entwirft in «Drei» eine in der Art sicher allzu unwahrscheinliche Beziehungs-Utopie, die alle Fallstricke vermeidet und daher auf unwirkliche Art verpufft. Trotz der einmaligen Sophie Rois. Es fehlt dem Zuschauer an Identifikation mit den stereotypischen mitt-vierziger Prenzlbergern, die im steten philosophischen Diskurs mit sich selbst und ihrer Umgebung spielerisch alle Grenzen überwinden, um am Ende die Erlösung zu finden.