(Kinostart: 9.12.) Als Komödie getarnte Elends-Pornographie aus Norwegen: Ein Mörder muss nach der Haft mit Dreckslöchern, lüsternen Schabracken und Schlangenfraß zurechtkommen – da wäre er besser im Knast geblieben.
Beschreibung:
Was ist bloß mit den Skandinaviern los? Sie leben in bestens funktionierenden Gesellschaften – aber ihre Filme handeln nur von den Verdammten dieser Erde. Soziopathen bei Ari Kaurismäki, Psychopathen bei Lars von Trier, padöphile Intensivtäter bei Thomas Vinterberg: Kinos am Polarkreis sind ein einziger Therapieraum.
Ein Mann von Welt
Regie: Hans Petter Moland, Norwegen 2009, 107 min.;
mit: Stellan Skarsgard, Björn Floberg, Jorunn Kjellsby
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Die ihre Elends-Pornographie gern als Komödien verkaufen. Merke: Kein Charakter ist so verdorben, keine Seele so verworfen, dass ihnen mit gutem Willen nicht geholfen werden kann. Das ist streng protestantisch gedacht. Vermutlich holen sich skandinavische Gutmenschen im Kino Anregungen, welche Benachteiligten als nächstes zu beglücken sind.
Den Vorbestraften, schlägt Regisseur Hans Petter Moland vor: Er schickt den Mörder Ulrik nach der Haft zurück in sein früheres Leben. Ex-Frau und Sohn, der selbst Vater wird, wollen wenig von ihm wissen. Nur sein Ex-Boss Jensen kümmert sich um ihn, um mit seiner Hilfe alte Rechnungen zu begleichen. Er quartiert Ulrik bei seiner Schwester ein – die lässt sich für Kost und Logis mit Quickies entlohnen.
Jensen verschafft Ulrik auch einen Job in einer Werkstatt, wo er sich in die Tochter des Chefs verliebt. Für seine Vorleistungen fordert Jensen einen hit job – aber Ulrik macht lieber kurzen Prozess mit seiner Vergangenheit.
Weitere Rezensionen finden Sie in der Presseschau bei Film-Zeit.
Bewertung:
Der Film spielt in Norwegen, dem reichsten Land der Welt. Dem Regisseur gelingt das Kunststück, ihn aussehen zu lassen, als sei er in Nordostsibirien gedreht worden. Alle Zimmer sind Dreckslöcher, alle Frauen sagenhaft hässlich, gegessen wird Schlangenfraß, Sex ähnelt Schlägereien.
In diesem Jammertal kann Hauptdarsteller Stellan Skarsgård nur brillieren; das wortkarge Drehbuch spendiert ihm auch ein paar gelungene Gags. Doch sie sind so selten wie Bernstein an der Ostsee-Küste.