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Kevin Macdonald

Der Adler der neunten Legion
Foto: Concorde Filmveleih
(Kinostart: 3.3.) Sandalenfilm goes Fantasy: Die Verfilmung eines historischen Romans über die Römerzeit in Britannien rekonstruiert präzise das Leben in der Antike - und disqualifiziert sich mit schwer erträglicher Opfertod-Ideologie.

Beschreibung:
Obwohl alle Medien sonst jedes Genre bieten, ist der Sandalenfilm ausgestorben. Abgesehen vom «Gladiator» (2000) kommen antike Helden nicht mehr ins Kino – höchstens als Action-Monster aus dem PC wie in «300» (2007). Insofern ist dieser Wiederbelebungsversuch verdienstvoll, und Kevin Macdonald dafür der richtige Regisseur: Er hat schon Ugandas Diktator Idi Amin als «letzten König von Schottland» wieder zum Leben erweckt.

Dummerweise dient als Vorlage ein britischer Jugendbuch-Klassiker von 1954. Autorin Rosemary Sutcliff schwelgt zwar in genau recherchiertem Zeitkolorit, doch ihre Fabel ist arg schlicht. Im Jahr 120 n.Chr. führt der römische General Flavius Aquila die neunte Legion nach Schottland, wo sie spurlos verschwindet. Sein Sohn Marcus brennt auf Genugtuung.
 
20 Jahre später will er mit seinem Sklaven Esca, einem britannischen Fürsten-Sohn, das Hoheits-Zeichen der Legion zurückholen. Nördlich des Hadrian-Walls kehren sich die Rollen um: Esca spielt nun den Herrn über Marcus, um keinen Verdacht zu erregen. Der goldene Adler findet sich beim kriegerischen Seehund-Stamm; der Rest sind Verfolgungsjagden, Schwertgeklirr und Gemetzel.
 
Offizieller Film-Trailer
 
Bewertung:
Produktionsdesigner Michael Carlin und sein ungarisches Team liefern gute Arbeit ab: Die Ausstattung ist auf der Höhe der historischen Forschung. Diese Römer sind keine frisch geduschten Helden, sondern dreckige, von Narben übersäte Haudegen in morschen Heerlagern und schlichten Landhäusern. So dürfte England vor 1900 Jahren ausgesehen haben. 
Foto: Concord FilmverleihFoto: Concord FilmverleihFoto: Concord FilmverleihFoto: Concord Filmverleih

Weitere Rezensionen finden Sie in der Presseschau bei Film-Zeit.

Doch die Dialoge atmen den Geist des Imperialismus. Die Recken haben nur Sieg und Unterwerfung, Ehre und Opfertod im Sinn. Andere Regungen sind ihnen ebenso fremd wie ein Minenspiel: Starrer Blick, mahlende Kiefer – das war’s auch schon. Ganz schlimm wird es in Schottland: Der keltische Seehund-Stamm ist mit Knochen-Schmuck und Schlamm-Bemalung kostümiert wie Papuas. Da gerät der Film endgültig zum Fantasy-Spektakel.

28.02.2011 Oliver Heilwagen
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