(Kinostart: 2.12.) Liebesreigen in London: Woody Allen lässt in seiner neuen Komödie gleich zehn Figuren ihrem Glück nachjagen. Gewohnt geistreich und pointensicher, aber auch etwas schematisch und vorhersehbar.
Ich sehe den Mann deiner Träume
Regie: Woody Allen, 98 min.,
USA 2010;
mit: Anthony Hopkins, Naomi Watts, Antonio Banderas, Freida Pinto und Josh Brolin
Offizielle Website
Beschreibung:
Alle Jahre wieder kommt zur Winterzeit der neue Woody Allen in die Kinos. Diesmal als Sittenkomödie rund um das Shakespeare-Motto «Viel Lärm um nichts». Der reiche Alfie (Anthony Hopkins) verlässt seine Gattin Helena (Gemma Jones), um mit dem prolligen Callgirl Charmaine (Lucy Punch) und reichlich Viagra seine dritte Jugend auszuleben.
Helena tröstet sich mit dem Versprechen einer Wahrsagerin, sie werde den Mann ihrer Träume treffen – der sich als Esoterik-Buchhändler entpuppt. Ihre Tochter Sally (Naomi Watts) ist in den Galeristen Greg (Antonio Banderas) verliebt – der ein Verhältnis mit ihrer Freundin hat.
Offizieller Video-Trailer
Sallys Mann Roy (Josh Brolin) wirbt solange um die schöne Dia (Freida Pinto), bis sie ihm nachgibt – trotz ihrer Verlobung mit einem Jung-Banker. So hecheln alle ihrem Liebesglück nach, das sie dort vermuten, wo sie nicht sind – und machen sich bei jeder Gelegenheit lächerlich. Die zehn Figuren und vielen Handlungsstränge hält ein Off-Erzähler zusammen, der einige Brüche im Drehbuch gnädig glättet.
Bewertung:
Allen variiert erneut sein Lieblingsthema: die Irrungen und Illusionen in Liebesdingen. Die Dialoge sind gewohnt pointensicher, und einige hübsche Einfälle sorgen für überraschende Wendungen. Doch im Vergleich zu seinen letzten Filmen «Vicky Cristina Barcelona» und «Whatever works» sind die Figuren zu schematisch gezeichnet, um wirklich zu berühren.
Weitere Rezensionen finden Sie in der Presseschau bei Film-Zeit.
Darüber kann auch das gut aufgelegte Star-Ensemble nur teilweise hinwegtäuschen. So wird das Bäumchen-wechsel-dich-Spiel rasch vorhersehbar und hinterlässt trotz etlicher gelungener Momente einen leicht schalen Nachgeschmack. Zumal Allen zynisch alle Figuren scheitern lässt – bis auf die größte Nervensäge. Eine geistreich böse Komödie, aber in seinem Werk nur oberes Mittelmaß.