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Rudolf Thome

Das rote Zimmer
Foto: moanafilm
(Kinostart: 13.1.) Ein Kussforscher gerät in eine Dreiecksbeziehung mit zwei klugen Schönen auf dem Lande und besiegelt sie mit Blut: Erotische Romanze von Rudolf Thome, Spezialist für Utopien der Liebe.

Beschreibung:
Sein Beruf klingt zu schön, um wahr zu sein: Fred ist Philematologe (diesen Forschungszweig gibt es wirklich). Er lässt Paare schmusen und untersucht dabei ihre körperlichen Reaktionen – unter Laborbedingungen. Privat ist Fred seit seiner Scheidung allerdings ungeküsst.

Bis ihn Luzie und Sibil aufgabeln: Sie locken Fred in ihr Landhaus in Vorpommern. Zwischen Seen und Wäldern schreibt Luzie dort an ihrem Roman über die «Seele der Männer – falls sie eine haben», während ihre Freundin in den Tag hinein lebt. Fred verfällt sofort beider Charme und dem Reiz der Sommeridylle.
 
Und Luzie treibt die Kussforschung im roten Zimmer voran: erst sie mit Fred, dann Sibil mit ihm. Es bleibt nicht beim Küssen – und Eifersucht bleibt nicht aus. Doch Luzie findet eine märchenhaft einfache Lösung für ihre menage à trois, die alle emotionalen Fallstricke elegant umgeht.
 
Offizieller Video-Trailer
 
Bewertung:
Auch in seinem 27. Langfilm bleibt Rudolf Thome seinem Lebensthema treu: der Liebe. Er lotet aus, welche Spielarten abseits der monogamen Alltagsmoral möglich sind – zu dritt, zu viert oder zu vielen. Dass das nach Männerfantasie klingt, weiß er: «Alle alten Männer träumen von einem Harem», lässt er Luzie lästern.
 
Doch Thome ist kein Erotomane, sondern utopischer Romantiker: In seinem Filmkosmos haben Frauen die Hosen an. Sie ignorieren Konventionen und wissen genau, was sie wollen – und eher schüchterne, passive Männer empfangen ihre Zuneigung als Geschenk. Der Krieg der Geschlechter weicht gefühlvoller Koexistenz.
 

Weitere Rezensionen finden Sie in der Presseschau bei Film-Zeit.

Solch zwanglose Harmonie kommt nicht ohne Stereotypen zustande. Wie meist bei Thome wird gern gekocht, gut gegessen und viel Wein getrunken: genießen mit allen Sinnen. Konflikte sind dazu da, um mit Herzensklugheit gelöst zu werden, derweil die Sonne scheint.
 
Foto: moanafilmFoto: moanafilmFoto: moanafilmFoto: moanafilm
Aber nie rutscht der Film in Klischees ab. Dafür sorgen die nüchterne Bildsprache und Dialoge, die zwischen Banalem und Überraschendem mühelos hin- und herpendeln. So entsteht eine völlig kitschfreie Vision vom Liebesglück. Vermutlich wäre die erotische Emanzipation erst erreicht, wenn es auf der Welt zuginge wie in Thomes Filmen.
 

12.01.2011 Oliver Heilwagen
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