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Emmanuel Laurent

Godard trifft Truffaut – Deux de la Vague
Jean-Luc Godard und Francois Truffaut in einer Bar; Foto: Mouna Film
(Kinostart: 28.4.) Wie zwei Jungkritiker das Autorenkino erfanden, Filmgeschichte schrieben und sich heillos zerstritten: Die Dokumentation erzählt die Entstehung der «Nouvelle Vague» anschaulich als Geschichte einer Freundschaft.

Beschreibung:
Kino als Terror-Anschlag: Die Uraufführung von François Truffauts Debütfilm «Les 400 coups» 1959 auf dem Festival von Cannes «war eine Bombe, die im Feindeslager hochging und es von innen zerstörte», schrieb eine Zeitung. Das Erstaunlichste ist: Sie hatte Recht.

Diese Premiere war der folgenreichste Einschnitt der Filmgeschichte: die Geburtsstunde der «Nouvelle Vague» und des Autorenfilms als Antithese zum Kommerzkino. Längst sind François Truffaut und Jean-Luc Godard in den Regisseurs-Olymp entrückt. Der eine, weil er schon 1984 starb; der andere, weil er die Grenzen des Kinos bis zum Unsehbaren und –erträglichen ausgelotet hat.
 
Der Dokumentarfilm von Emmanuel Laurent zeichnet Entstehung und Verlauf der Bewegung als Geschichte ihrer Freundschaft nach. Deren Eckdaten kennt jeder Cineast: Als junge Kritiker der «Cahiers du Cinema» feiern beide das US-Genrekino und rechnen mit dem Studiosystem ab. Godard hilft 1959 Truffaut, «Les 400 coups» zu realisieren; Truffaut schenkt 1960 Godard das Drehbuch für «Außer Atem», der zum epochalen Erfolg wird.
 
Offizieller Video-Trailer
 
Das Selbstverständnis der Bewegung und ihrer Leitfiguren rekonstruiert die Dokumentation mit Filmausschnitten, Presse- und TV-Archivmaterial. Wie jeder gute Historienfilm verdichtet sie eine komplexe Situation zur Heldengeschichte: Andere wichtige Regisseure wie Chabrol, Rivette oder Rohmer werden nur kurz erwähnt.
 
Doch Rückschläge verschweigt sie nicht: Die Folgefilme von Truffaut und Godard finden kaum Zuschauer; Mitte der 1960er Jahre gilt die «Nouvelle Vague» als Kassengift. Die Revolte von 1968 entfremdet beide einander: Godard betreibt Agitprop mit der Kamera, Truffaut malt mit seinem Schauspieler-Alter Ego Jean-Pierre Léaud seinen Privatkosmos aus. 1973 kommt es zum endgültigen Bruch.
 
Foto: Mouna FilmFoto: Mouna FilmFoto: Mouna FilmFoto: Mouna Film
Bewertung
:
Ein halbes Jahrhundert Autorenkino ist Grund genug, dessen Anfänge zu beleuchten, bevor sie in Vergessenheit geraten. Das leistet der Film so nüchtern wie anschaulich, fakten- und anekdotenreich. Für Pathos sorgen die Protagonisten selbst – Wortführer einer Zeit, als Filmemacher noch glaubten, mit Zelluloid die Welt zu verändern.

26.04.2011 Oliver Heilwagen
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