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Florence Jaugey

La Yuma – Der eigene Weg
Foto: Kairos
(Kinostart: 17.3.) Im ersten Spielfilm aus Nicaragua seit 20 Jahren kämpft eine junge Frau aus dem Armen-Viertel für eine bessere Zukunft – mit Box-Handschuhen. Unspektakulär, aber sehr stimmig und wahrhaftig.
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Beschreibung:
Ein Lebenszeichen von der dunklen Seite des Mondes: Dieser Spielfilm ist der erste aus Nicaragua seit 20 Jahren. Das verwundert nicht. Als die Sandinisten die Wahlen von 1990 verloren, versiegte schlagartig jedes Interesse an dem Kleinstaat in Mittelamerika – und damit die Hilfe von außen. Das Land, dessen sozialistische Experimente zuvor bewundert worden waren, galt fortan als weitere Bananenrepublik unter der Fuchtel von Bütteln der USA.

Diesen Liebesentzug der Linken hat Nicaragua nicht verdient, wie dieser Film zeigt. Er preist keine Errungenschaften der Revolution und wartet nicht mit Action auf. Doch liefert er einen ungeschönten Einblick in den Alltag kleiner Leute eines fremd-vertrauten Landes – und das ist in unserer Medienwelt voller polierter Studio-Produktionen eine Seltenheit.
 
Die Handlung ist rasch erzählt: Die 18-jährige Yuma will nicht im Gang-Milieu ihres Armen-Viertels versacken. Sie hilft in der Boutique einer Bekannten aus und trainiert Frauen-Boxen. Dann lernt sie den Journalistik-Studenten Ernesto kennen; eine zarte Liebesgeschichte bahnt sich an. 
 
 
Ihr Umfeld verhindert das: Yumas Bruder schlägt Ernesto zusammen; außerdem muss sie ihre kleinen Geschwister vor dem pädophilen Liebhaber ihrer Mutter retten. Zumindest bekommt sie am Ende ihren ersten richtigen Job: als Show-Boxerin in einem Zirkus.
  

La Yuma – Der eigene Weg

Regie: Florence Jaugey, 91 min., Nicaragua 2009;
mit: Alma Blanco, Gabriel Benavides, Guillermo Martinez

Weitere Informationen

Bewertung:
Die französische Regisseurin Florence Jaugey lebt seit 1990 in Nicaragua. Sie hat bei ihrem ersten Spielfilm genau hingesehen: Die Genre-Szenen aus der Unterschicht wirken stimmig und ungekünstelt. Getragen wird der Film aber von der Laiendarstellerin Alma Blanco in ihrer ersten Rolle.
 
Wie sie getrieben von einem trostlosen Moment zum nächsten hetzt; wie sie sich gegen Zumutungen mit barschen Abfuhren wehrt; wie sie bei Ernesto langsam auftaut und schließlich Verantwortung für sich und ihre Geschwister übernimmt – das ist sehenswert. Ein Film, so unspektakulär wie weite Teile der Dritten Welt und doch so wahrhaftig.

10.03.2011 Oliver Heilwagen
(5)

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