(Kinostart: 18.11.) Künstler Schnabel verfilmt den ersten Roman seiner Partnerin, der Schriftstellerin Rula Jebrea. Das Paar erzählt die Geschichte dreier Palästinenserinnen und spricht sich für einen Palästinenser-Staat aus.
Miral
Regie: Julian Schnabel, 108 min., Großbritannien/Frankreich 2010;
mit: Freida Pinto, Hiam Abbass, Willem Dafoe, Alexander Siddig
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Beschreibung:
Anhand dreier Frauen-Biografien entwickelt Julian Schnabel eine eigene, weibliche Perspektive auf den Nahost-Konflikt. Die Geschichte Mirals, der eigentlichen Hauptfigur, beginnt noch vor deren Geburt mit dem Lebenswerk von Hind Husseini.
Die erschuf selbstlos mit Haus und Vermögen ihres Vaters ein Internat für palästinensische Mädchen. Dort vermittelte sie den Kindern universelle Werte und zeigte ihnen auf, dass nur mit Bildung eine Chance auf Frieden besteht. Eine Erziehung, die auch der jungen Miral zugute kommt, nachdem ihre Mutter Nadia Suizid begeht.
Das Leben der Mutter ist das tragischste der drei präsentierten Frauen: Vom Vater missbraucht, findet sie trotz ihres liebenden Gatten Jamal nicht ins Leben zurück und überlässt Ehemann und Tochter sich selbst.
Der liebende Vater gibt Miral in die Obhut Husseinis. Sie entwickelt sich zu Problem- und Lieblingskind der weisen Direktorin, als sie bei einer Demonstration eine Freundin verliert und sich wenig später in den radikalen PLO-Aktivisten Hani verliebt.
Bewertung:
Julian Schnabel ist ein bedeutender Künstler unserer Zeit. Alle drei, vier Jahre widmet er sich als Regisseur dem Film. Ergebnis sind Meisterwerke wie «Basquiat» oder «Schmetterling und Taucherglocke».
Weitere Rezensionen finden Sie in der Presseschau bei Film-Zeit.
«Miral» ist sicher der umstrittenste seiner Filme. Schließlich bezieht der in Brooklyn/New York aufgewachsene Sohn jüdischer Eltern mit ihm eine sehr unbequeme Position: Er spricht sich für einen unabhängigen palästinensischen Staat aus.
Da liegt der Vorwurf von Einseitigkeit oder gar Propaganda nahe. Jenseits der politischen Einordnung bleibt ein Film, der in faszinierenden Bildern packende Frauen-Biografien erzählt - wobei die Geschichte Husseinis vielleicht sogar spannender ist, als die seiner Rula Jebrea, die in ihrem autobiografisch gefärbten Roman die Figur Miral erschuf.