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Jake Scott

Willkommen bei den Rileys
Doug Riley (James Gandolfini) und Mallory (Kristen Stewart). Foto: Arsenal Film
(Kinostart: 7.4.) Wahlverwandtschaften auf US-Amerikanisch: Ein älteres Ehepaar will eine Teenager-Prostituierte adoptieren. Ein herzenskluger Beitrag zur Demografie-Debatte ohne Happy End.

Beschreibung:
Doug und Lois Riley haben ihre Tochter vor acht Jahren bei einem Unfall verloren, an dem sie nicht ganz unschuldig waren. Zu einem Kongress reist Doug nach New Orleans und besucht abends eine Tabledance-Bar. Dort traut er seinen Augen nicht: Die Stripperin Mallory sieht seiner toten Tochter täuschend ähnlich.

Der Sanitärbedarf-Großhändler ist ein Mann der Tat: Doug gewinnt Mallorys Vertrauen, quartiert sich bei ihr ein und bringt ihre Bruchbude in Ordnung – Heimwerken ist sein Hobby. Seine Frau, die seit dem Unfall kaum noch aus dem Haus geht, lässt er nur wissen, er komme nicht zurück - bis auf Weiteres.
 

Weitere Rezensionen finden Sie in der Presseschau bei Film-Zeit.

Das schreckt Lois auf: Sie fährt Doug hinterher, vergewissert sich in New Orleans, dass ihr Mann kein Verhältnis hat, und zieht ebenfalls bei Mallory ein. Sie lässt es verwundert geschehen: Die beiden sind die ersten Erwachsenen seit Jahren, die sie nicht flach legen oder übers Ohr hauen wollen.
 
Als aber die Ersatz-Eltern anfangen, ihre kiffende Gastgeberin von ihrem horizontalen Gewerbe abbringen zu wollen, zerbricht die Pseudo-Familienidylle. Mallory haut ab und macht Doug am Telefon klar, dass sie nicht länger die Adoptivtochter spielen wird. Die Rileys verstehen und versprechen: Ihr Haus steht Mallory jederzeit offen.
 
Foto: Arsenal FilmFoto: Arsenal FilmFoto: Arsenal FilmFoto: Arsenal Film
Bewertung:
Regisseur Jake Scott, der Sohn von Ridley Scott, hat vor allem Werbespots und Musik-Videos gedreht. «Willkommen bei den Rileys» ist sein zweiter Spielfilm; die grelle Ästhetik des Kommerz-Kinos fehlt ihm wohltuend.
 

Willkommen bei den Rileys

Regie: Jake Scott,
USA 2009, 110 min.;
mit: Kristen Stewart, James Gandolfini, Melissa Leo

Offizielle Website

Bedächtig und diskret entwickelt Scott sein Mittelklasse-Psychodrama. Würde die rotzige Straßen-Göre Mallory nicht manchmal auf den Putz hauen, wäre diese Ruhe so unheimlich wie US-Vorstadtsiedlungen, die fast ausgestorben wirken. Eine jener Eigenheim-Einöden, in denen die Rileys wohnen.
 
Die tiefe Sympathie, mit der Jake Scott seine Figuren beobachtet, überträgt sich auf den Zuschauer: Man wünscht dem ungleichen Trio sehr, aus ihm möge eine glückliche Patchwork-Familie werden, und sieht zugleich ein, dass es nicht klappen kann. So ein herzenskluger Beitrag zur Debatte über den demografischen Wandel war lange nicht im Kino zu sehen.

 


06.04.2011 Oliver Heilwagen
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