(Kinostart: 9.6.) Brigitte Weich erzählt vordergründig von vier nordkoreanischen Fußballerinnen, doch eigentlich viel mehr. Sie gewährt mit «Hana, Dul, Sed …» Blicke hinter den Vorhang eines abgeschotteten Staates.
Beschreibung:
Den vier Fußball-Spielerinnen Ri Jong Hi, Ra Mi Ae, Jin Pyol Hi und Ri Hyang Ok wird eine besondere Ehre zu Teil, sie werden in das nationale Frauenfußballteam ihres Heimatlandes berufen.
Sie sind nordkoreanische Nationalspielerinnen und kommen als solche in den Genuss von Privilegien, wie einem Einkommen über dem gängigen Niveau und Reisen ins Ausland.
Doch dafür zahlen die vier einen hohen Preis: Sie sind zum Erfolg verdammt und müssen einen unheimlichen Druck aushalten, den ihr Heimatland aufbaut, dessen Führung sie vergöttern und huldigen, wie sie es von klein auf gelernt haben. Als sie die sportlichen Ziele verpassen, spuckt sie das System aus. Vor der Kamera von Brigitte Weich erzählen die Spielerinnen aus ihren Leben und von ihren Karrieren, die sie immerhin an die Spitze des asiatischen Fußballs führte.
VIDEO
Bewertung:
Wettbewerbsbeitrag in Locarno und Großer Diagonale-Preisträger als bester österreichischer Dokumentarfilm: Brigitte Weich und ihre Dokumentation sorgen für Aufsehen in der internationalen Filmszene. Der Sport, in diesem Fall der Fußball, mit dem sich das Regime in Nordkorea profilieren möchte, fungiert bei der spannenden Dokumentation über das so unbekannte Land als Türöffner.
«Hana, Dul, Sed…» erzählt neben der Geschichten der Sportlerinnen viel über die Kultur Nordkoreas, erklärt, wie die Obrigkeitsverehrung schon den Kleinsten eingeimpft wird und zeugt gleichzeitig vom Verfall, wenn sich nur wenige Autos über die mehrspurigen Straßenschluchten quälen.