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Bühnenbildner

Thomas Dreissigacker
Seine Bühnenbilder bestehen schon in der Grundanlage auf ihrer Veränderbarkeit, sind fragmentarisch und verstehen sich als Material. Und Thomas Dreissigacker ist ein Suchender geblieben.

Skizze, Thomas DreißigackerThomas Dreissigacker, männlich, Jahrgang 1955, Beruf Bühnenbildner, Wahlheimat Köln.
Seine eigentlichen Heimaten aber sind die Theater von Köln, Essen, Basel, Düsseldorf, Hamburg, Wien, Hannover, Mannheim, Berlin, Bonn, München und die zwischen diesen Orten verkehrenden Intercitys, Nightlines und Billigfluglinien. Obwohl er Anfang fünfzig ist, ist sein Lehrer von der Generation der heute Siebzigjährigen, die das Bühnenbild in den sechziger Jahren vollkommen neu definiert haben. Thomas Dreissigacker ist Schüler von Achim Freyer.

Als Dreissigacker Anfang der achtziger Jahre seine ersten Arbeiten machte, drohte karrieretechnisch der Fall ins Post-68er-Loch. Doch in einer Zeit, als alle wesentlichen Positionen besetzt waren und die nachfolgende Jugend anders als heute kaum eine Chance hatte, ein neues Wir- und Weltgefühl ästhetisch zu formulieren, hatte er das Glück, seine ersten Bühnen bei Claus Peymann in Bochum oder in Köln zu entwerfen. Auf der Suche nach eigenen ästhetischen Maximen gab es jedoch – von der Kollegin Katrin Brack, mit der ihn noch heute eine Freundschaft verbindet, abgesehen – kaum Kombattanten.

Thomas Dreißigacker hat die Bühne zu «Die Schmutzigen, Hässlichen und Gemeinen» (Regie: Karin Beier, Schauspiel Köln) gestaltet.

Theatertreffen-Termine: 18., 19., 20. Mai.

Hier geht es zur Langfassung des nebenstehenden Texts aus «Theater heute» 8/9/2006, in der Joachim Lux Thomas Dreißigackers Lebenslauf mit dem von Karin Nottrodt parallel setzt.

Weitere Hintergrund-Informationen zum Theatertreffen 2010 finden Sie hier.

 


Von seinem Lehrer Achim Freyer animiert, dessen malerischer Duktus denn auch seine frühen Arbeiten bestimmte, fand er, in einer Zeit, in der man das Interdisziplinäre noch nicht «Crossover» nannte, die Überwindung des psychologisch-realistischen Theaters und die Verbindung von Malerei, Performance, Musik und Tanz nicht bei deutschen Generationsgenossen, sondern in der amerikanischen Avantgarde der Zeit: bei Richard Foremans Ontological-Hysteric Theatre, bei Meredith Monk, bei Bob Wilson oder der Wooster Group.

Der Bühnenbildner - ein Künstler?

Die biografische Genese prägt seine Arbeit bis heute: Thomas Dreissigacker ist ein Suchender geblieben und gehört nicht zu einer bestimmten Gruppe. Er arbeitet einerseits mit «Altmeistern» wie Niels-Peter Rudolph oder Valentin Jeker, andererseits zum Beispiel mit Marlon Metzen, Anselm Weber und der künftigen Kölner Intendantin Karin Beier, und betreibt in freien zeitgenössischen Musiktheaterprojekten (bei den Wiener Festwochen, den Schwetzinger Festspielen, dem Basler Fest für Musik oder dem art summer Reykjavik) mit Arbeitspartnern wie Shelley Hirsch, Heiner Goebbels oder Hans Wüthrich weiterhin genreüberschreitende Projekte.
 



03.05.2010 Joachim Lux

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