Vom 30. Juni bis zum 17. Juli findet in Mülheim und Essen das Festival «Theater der Welt» statt.
Auf der Internetseite des Festivals herrscht Unordnung: Alle paar Sekunden wird «Theater der Welt» zu «Theater der Wlet» zu «Thaeter der Welt» zu «Thaeter der Wlet».
Changierend wie die Buchstaben im Festival-Logo ist auch das Programm mit insgesamt 30 Inszenierungen, das Theater der Welt-Programmdirektorin Frie Leysen am 5. März bekannt gegeben hat - nicht nur, was die Länder angeht, sondern vor allem, was die Kunstsparten betrifft. Vom Schattentanztheater über den Puppentrickfilm bis zum Endzeitszenario-Konzert ist alles dabei, was in den großen, vagen Begriff der «Darstellenden Künste» (gerade noch) hineinpasst.
Lesen Sie das Interview mit Frie Leysen in der Aprilausgabe von Theater heute.
Das gemeine Sprechtheater spielt dabei eher eine untergeordnete Rolle: «Wenn man heute über zeitgenössische Künste spricht, dann gibt es keine Sparten mehr», begründet Frie Leysen das im Interview mit Theater heute. Die meisten jungen Künstler seien in verschiedenen Genres zuhause, weshalb man das Festival eigentlich in «Künste der Welt» umbenennen müsste.
Zu den Sprechtheaterproduktionen, die zwischen
Theater der Welt
vom 30. Juni bis zum 17. Juli in Mülheim an der Ruhr und Essen
Vorprogramm «Schöne Aussicht»:
Ivan Nagel, Jürgen Flimm und Frie Leysen diskutieren am 12.03. über das Nötige und das Überflüssige; am 20.04. treffen sich Simon Stephens, Sebastian Nübling und Bruno Schoch, um vor Publikum über Internationale Gerichtbarkeit zu reden; außerdem werden ausgewählte Künstler des diesjährigen Festivals ab 22. März in einer Filmreihe vorgestellt.
Auf der Website von Theater der Welt finden Sie das ausführliche Festival- (Vor-)Programm.
dem 30. Juni und dem 17. Juli in Essen und Mülheim an der Ruhr zu sehen sein werden, gehören «Welcome to Rocksburg» aus Südafrika (Regie: Mpumelelo Paul Grootboom), die beiden ungarischen Beiträge «Szutyok» («Miststück», Regie: Béla Pinter) und «Nehéz istennek Lenni» («Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein», Regie: Kornel Mundruczo), außerdem die Bühnenfassung von Robert Musils «Mann ohne Eigenschaften» des belgischen Regisseurs Guy Cassiers.
Einer der roten Fäden in ihrem Programm, erklärt Leysen im Gespräch, sei der Blick- und Perspektivwechsel auf die Wirklichkeit. «Tatsächlich lauert da die Gefahr riesengroßer Missverständnisse, die ich jedoch durchaus schätze und die unvermeidlich sind. So gesehen wird dieses Festival auch eine Lektion in Bescheidenheit: Mit unserem westlichen Background können wir nicht alles verstehen, was z.B. in Asien geschieht.»
Eröffnet wird am 30. Juni mit der Barockoper «Montezuma», die Carl Friedrich Graun 1755 auf ein Libretto Friedrichs II. komponierte. Claudio Valdés Kuri hat das Werk für «Theater der Welt» neu inszeniert, die musikalische Leitung hat Gabriel Garrido.