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Aus der aktuellen Opernwelt

Salome

«Das ist bedrohlich aktuell, unheimlich genau, ja eiskalt, es geht unter die Haut, ohne die Musik zu beschädigen. Vor allem aber gelingt es Serebrennikov, seine Sicht bis in kleinste Details psychologisch stimmig in den Figuren zu verankern. Salome ist keine verführerische Femme fatale, sondern eine bockige, verzogene Göre, die schon mit ihren Klamotten (schwarzer Kapuzenpulli, Leggings, Springerstiefel) gegen die Eltern rebelliert – den elegant-überkorrekten, aber schwachen Stiefvater Herodes und die stets mondän herausgeputzte Mutter Herodias, die schon mal einen Quickie mit den Security-Männern hinlegt. Salome zeigt kein Fleisch. So ist es nur konsequent, dass sie später, kindlich regrediert (mit Tüllröckchen, Schmetterlingsflügeln und der Diamantengesichtsmaske des Todes) auch nicht tanzt. Simone Schneider, die sich als Darstellerin mitunter selbst im Weg steht, bringt diese explosive Mischung aus Trägheit und Aggressivität, Null-Bock und latenter Gewalt spielerisch genau auf den Punkt.

...

Neben Simone Schneiders grandioser Salome brillieren aber auch Claudia Mahnke als auftrumpfend selbstbewusste Herodias und Matthias Klink als Herodes mit glänzenden Charakterstudien. Klink überzeugt dabei nicht nur durch sein gestisch ausgefeiltes Spiel, er demonstriert vor allem, dass man die heikle, extrem hoch liegende Partie klangschön und doch deklamatorisch ohne karikaturistische Überzeichnung singen kann. Dass es nicht nur szenisch, sondern auch musikalisch ein überwältigender Abend wurde, ist Roland Kluttig am Dirigentenpult zu verdanken. Kluttig, Musikchef im kleinen Coburg, in Stuttgart noch aus der Zehelein-Ära in bester Erinnerung, ließ das gut disponierte, in den Streichern freilich zu klein besetzte Staatsorchester im Tanz wie in Salomes Schlussgesang sinfonisch aufspielen, modellierte aber auch die vielen sprechenden tonmalerischen Details der Holz- und Blechbläser heraus. Am Ende viel Beifall und ein paar Buhs für eine «Salome», die den gegenwärtigen Weltzustand auf verstörend gelungene Weise widerspiegelt.»

Den Volltext der Rezension von Uwe Schweikert in Opernwelt 1/2016 finden Sie hier.


11.01.2016

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