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Kiel

Die Hugenotten
Foto: Olaf Struck

«In Kiel präsentiert der überwiegend in Frankreich arbeitende Regisseur Lukas Hemleb die fünf Akte als Folge historischer Tableaus (Bühne: Gianni Carluccio), in denen die wie von Altmeisterhand gemalten Figuren (Kostüme: Falk Bauer) lebendig werden: ob beim männerbündischen Bankett im Hause des Grafen Nevers, in der Hofszene in den Gärten der Königin oder bei der Blutkirmes des fünften Akts mit der Ermordung von Frauen und Kindern. Dabei wird auf beklemmende Weise sinn- und sinnenfällig, wie Meyerbeer mit den großen Chorszenen und ganz besonders mit der blasphemischen Verschwörung in den Abgrund eines Vernichtungsmechanismus blickte. Die Oper bietet in der Tat ein Stück Massenpsychologie.

...

Als größtes aufführungspraktisches Problem gilt seit Langem die Besetzung der Hauptpartien. Die Stimmtypen, die sich nach der Wende zum 20. Jahrhundert herausbildeten, waren für die Musik Meyerbeers technisch wie stilistisch nicht geeignet. Es gab keine Sänger mehr wie Lillian Nordica, Nellie Melba, Sofia Scalchi, Jean de Reszke, Edouard de Reszke, Pol Plançon und Victor Maurel. Das betraf insbesondere die Partie des Raoul, die gerade in der hohen Lage nur mit einer vor-verdi’schen Technik gesungen werden kann. Dazu gehört nun einmal der Gebrauch der voix mixte oder des Falsetts in der hohen Lage, das heute zum Glück nicht mehr verpönt ist wie in den tenoralen Macho-Tagen vor einem halben Jahrhundert. Obwohl der russische Tenor Anton Rositskiy keine einschmeichelnde amoroso-Stimmen besitzt: Er singt die Partie stilistisch auf eindrucksvolle Weise, mit schlanker Tongebung, geschickter Mischung der Register, feinem Gebrauch der voix mixte in der hohen Lage und erstaunlicher Durchschlagskraft. Rositskiy ließ sich auf das Wagnis ein, beide Strophen der hoch liegenden Romanze «Plus blanche» mit ihren intrikaten aufsteigenden Intervallen zu singen, klanglich sehr ansprechend, wenn auch mit Intonationstrübungen bei den Sechzehnteln der zweiten Strophe.»

Aus der Rezension von Jürgen Kesting in Opernwelt 11/2016. Den Volltext finden Sie hier.


14.12.2016

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Musik
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