An Busonis 1925 uraufgeführte Faust-Oper, einen Meilenstein der musikdramatischen Moderne, haben sich kleinere Theater bis heute selten herangetraut. Insofern gebührt dem erfolgreichen Versuch, das ebenso grandiose wie sperrige Stück Musiktheater auf die Bühne des Flensburger Hauses zu bringen, hohe Anerkennung. Eine Vorreiterrolle, die – man hofft es für das Werk – nicht ohne Folgen bleiben wird.
Operndirektor Jan Richard Kehl bekommt das monumentale Dreistunden-Opus gut in den Griff, wobei er theatertechnisch auch die zu mancher Vereinfachung zwingenden Abstecherverpflichtungen ins norddeutsche Umland nicht aus den Augen verliert. Der vom Rundhorizont umschlossene, nach hinten durch eine Bühne auf der Bühne sich öffnende Einheitsraum (Entwurf: Andreas Wilkens) stellt, mit Requisiten leicht abwandelbar, eine abstrakte Version von Faustens Studierzimmer dar, wenn man so will eine Art Elfenbeinturm, in dem er die Episoden der Handlung – den
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