Europas führende Fachzeitschrift für Musiktheater genießt höchstes Ansehen bei Kennern und Könnern.
«Opernwelt» hat sich nach stürmischen Anfängen während der vergangenen 50 Jahre zur führenden Fachzeitschrift für Musiktheater in Europa entwickelt. Gegründet wurde die Zeitschrift 1960 von sechs opernbegeisterten Jugendlichen, die zu diesem Zweck den Deutschen Opern-Verlag gründeten. Erster Chefredakteur war Otto-Erich Schilling, vormals Musikkritiker der Stuttgarter Zeitung und später Leiter der Opernabteilung des Süddeutschen Rundfunks.
Der Enthusiasmus war größer als das kaufmännische Wissen – und nach einem Jahr war die Zeitschrift insolvent. Ein branchenfremder Stuttgarter Verleger kaufte sie, konnte ihr aber nicht die Zukunft sichern. 1963 übernahm sie der Verleger Erhard Friedrich; für ihn «Opernwelt» als das richtige Pendant zu der ebenfalls 1960 gegründeten Zeitschrift «Theater heute». Damit war ein dauerhafter Aufschwung garantiert.
Der Erhard Friedrich Verlag akquirierte eine Reihe namhafter Autoren, die für Kompetenz und Seriosität der Rezensionen und Reportagen bürgten. Aus München berichteten Karl Heinz Ruppel und Joachim Kaiser, aus Berlin Hans Heinz Stuckenschmidt und Klaus Geitel, aus Stuttgart Siegfried Melchinger und Kurt Honolka. Regelmäßig analysierte «Zeit»-Kritiker Johannes Jacobi in einem Journal die Lage im deutschen Musiktheater. Zum gedruckten Disput wurden Größen wie Walter Felsenstein und Rolf Liebermann geladen.
1964 wurde Hans Otto Spingel, der von der Welt kam, als Chefredakteur engagiert. Er steuerte die Zeitschrift durch eine bewegte Zeit, in der das traditionelle Musiktheater zunehmend in Frage gestellt wurde. Als Pierre Boulez dazu aufforderte, die Opernhäuser in die Luft zu sprengen, löste das erregte Reaktionen aus. In «Opernwelt» wurde das Thema mehrere Monate lang unter den führenden Intendanten der Zeit diskutiert.
1971 wurde Spingel von Imre Fabian abgelöst, der 22 Jahre lang als Chefredakteur amtierte. Der aus Ungarn stammende Musikwissenschaftler und Autor verstärkte das internationale Profil der Zeitschrift und erweiterte ihren inhaltlichen Horizont. Zentrale Entwicklungen jener Jahre waren die Wiederbelebung der Barockoper, die historische Aufführungspraxis und das Opern-Erwachen in Amerika und Skandinavien. Fabian behielt seinen Kurs auch bei, als Verleger Friedrich 1982 eine Kooperation mit der Orell-Füssli AG einging und die Redaktion der «Opernwelt» nach Zürich umzog.
1993 übernahm der Erhard Friedrich Verlag «Opernwelt» wieder in alleiniger Verantwortung; ein Jahr später wurde das Büro der Redaktion in Berlin eröffnet. «Opernwelt» erlebte einen Generationswechsel: Ab 1996 leiteten Bernd Feuchtner und Stephan Mösch die Zeitschrift. Seit 2004 wird sie von Stephan Mösch und Albrecht Thiemann betreut, die das Profil kontinuierlich weiterentwickeln.
Neben Berichten über Premieren und Festivals, Porträts von Dirigenten, Regisseuren und Sängern, Platten- und Buchrezensionen thematisiert «Opernwelt» heute die ganze Breite des Phänomens Oper/Musiktheater. Dazu gehören kultur- und sozialpolitische Fragen ebenso wie ästhetische Entwicklungen und Innovationen, musikgeschichtliche, intermediale und interkulturelle Aspekte. «Opernwelt» versteht sich als Forum, auf dem neben renommierten Musikjournalisten regelmäßig auch die Intendanten und Künstler sowie Intellektuelle zu Wort kommen.
Mit dem Jahrbuch legt «Opernwelt» die meistbeachtete Bilanz der jeweiligen Spielzeit vor; hier kürt die Zeitschrift anhand einer Kritiker-Umfrage auch das Opernhaus des Jahres. «Opernwelt» genießt höchstes Ansehen bei Kennern, Könnern und etablierten «Machern» der Musikszene, öffnet sich aber auch Newcomern und interessierten Laien.