Erst verkannt, dann umso heftiger gefeiert: Georges Bizets «Carmen» gehört immer noch zu den meistgespielten Opern des Repertoires.
Carmen im kultiversum:
Berühmte «Carmen»-Interpretinnen im Vergleich
Wie «Carmen» die Filmwelt erobert hat
Aktuelle «Carmen»-Inszenierungen im «opernwelt»-Urteil
«Carmen»-Aufführungen in Ihrer Nähe
«Afrikanische Heiterkeit» sprach Friedrich Nietzsche Georges Bizets «Carmen» nach der skandalumwitterten Uraufführung an der Opéra Comique in Paris zu. «Sie hat das Verhängnis über sich, ihr Glück ist kurz, plötzlich, ohne Pardon», schrieb Nietzsche - und meinte damit Bizets Musik. Doch auch auf die Titelfigur der Oper passt diese Beschreibung: für das Spiel mit den Männern riskiert Carmen den Tod, der sie am Ende durch die Hand des Sergeant Don José ereilt, den sie erst verführt und dann für einen Stierkämpfer fallen lassen hat.
Obwohl die Uraufführung der «Carmen» und Bizets mit maurischen Klängen experimentierende Partitur zunächst alles andere als triumphal aufgenommen wurden - Nietzsche kann als einsamer Vorreiter der «Carmen»-Euphorie gelten - trat die Oper nach ihrer Wiener Erstaufführung wenige Monate nach der Pariser Uraufführung eine beispiellose Karriere durch die Musiktheater an, die sie schon bald in die top five der meistgespielten Opern des Repertoires aufsteigen ließ, wo sie sich bis heute behauptet.
Für Mezzosopranistinnen ist die Carmen eine Paraderolle - zu berühmten «Carmen»-Interpretinnen zählen u.a. Maria Callas, Christa Ludwig und Elina Garanca (klicken Sie hier für eine Übersicht mit Hörvergleich).
Nicht nur Opernregisseure haben sich vom «Carmen»-Stoff inspirieren lassen, auch filmisch ist die Eifersuchtsgeschichte vielfach aufgearbeitet worden - hier finden Sie eine Chronik der wichtigsten Produktionen.
Wie die «opernwelt» drei aktuelle «Carmen»-Produktionen in Mailand, New York und Mannheim fand, können Sie hier nachlesen.
Und in unserer Termindatenbank können Sie herausfinden, wo es in Ihrer Nähe demnächst eine «Carmen» zu sehen und zu hören gibt.