Wolfgang Rihms Nietzsche-Variationen «Dionysos», Glucks «Orfeo ed Euridice», Strauss’ «Elektra» und Bergs «Lulu» in Salzburg sowie ein Bericht über die Ausstellung zum 90-jährigen Festspiel-Jubiläum
Schon 1986 meinte Wolfgang Rihm in einem Essay, man könne Nietzsche nicht «vertonen». Man könne überhaupt nichts vertonen, am allerwenigsten Nietzsche. «Aber Anlass zu Musik kann ein Text schon geben, vor allem ein frei rhythmischer, gedichteter; vor allem ein dichterischer Text von Nietzsche.» Mehrfach begegnet uns Nietzsche in Rihms Œuvre: in der dritten Symphonie, in den «Fünf Abgangsszenen», im «Oedipus», im Lied-Zyklus «Umsungen». Die Gestalt Nietzsches, ihre Frag-Würdigkeit, steht ihm nahe, und er ihr. Kein Zweifel: Die Dionysos-Dithyramben, erst spät, 1889, erschienen, sind ein solch freier, dichterisch offener Text. Mag der Wahn (-Sinn) oft darin spürbar sein, so wird doch beim Lesen evident, dass es sich um eine poetisch-philosophische Retrospektive handelt.
Zarathustra geistert durch die Verse wie so manch anderer Gedankensplitter aus Nietzsches Kosmos. Der Text ist ein inkohärenter Wortsteinbruch. Rihm greift
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