Mit realistisch ausgerichtetem Musiktheater würde man sich bei Mozarts «Idomeneo» mit seiner noch in vielem den Abläufen der alten Opera seria geschuldeten Form schwer tun. So verzichtete Kay Kuntze in seiner Bremer Regiearbeit denn auch auf wirklichkeitsgetreues szenisches Abbilden und verlegte sich auf eher rational durchgestaltete Bewegungsabläufe von distanzierter Emotionalität, bisweilen verlangsamt oder ritualisiert im Stil von Robert Wilson. Affekte wurden unterstrichen durch charakteristische, expressive Gesten, und neu hinzuerfundene stumme Figuren – die Geister von erschlagenen Trojanern bei den Auftritten der Ilia etwa – dienten der Visualisierung unterschwelliger Stimmungen. Ein insgesamt unaufgeregtes, weniger an äußerlicher Dramatik denn an der Verdeutlichung von Seelenzuständen orientiertes Szenogramm, dem Werk gegenüber von subtilem, aber nie sich vordrängendem Deutungsanspruch.
Ganz ähnlich das mit neuesten technischen Mitteln gestaltete Bühnenbild der Bremer Licht-Designerfirma Urbanscreen. Diese «Lichtakrobaten», wie sie sich
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