Um Peter Eötvös' neue Oper «Die Tragödie des Teufels» wurde heftig gestritten - am 12. Juli ist sie noch einmal zu hören.
Dass Peter Eötvös zu den ganz großen und wichtigen der gegenwärtigen Komponistenzunft gehört, ist unstrittig. Ob diese Oper allerdings den Standard seiner sonstigen Werke hält, ist dagegen alles andere als klar.
«Überhaupt staunt man, wie wenig Originelles dem ansonsten keineswegs mit Ideen geizenden Peter Eötvös eingefallen ist», konstatiert Stephan Mösch in der «opernwelt». Findet dabei aber, dass die Partitur noch das beste an einem völlig misslungenen Projekt sei - von der Vorlage übers Libretto und das Bühnenbild bis zur Regie und vor allem zu den Solisten, die er «am liebsten verschweigen möchte» - «Keine Rettung, nirgends.»
Nicht ganz so negativ sah das die kultiversum-Frühkritik, die zwar Libretto und Regie ebenso wenig überzeugend findet, aber immerhin Orchester und Partitur lobt und eine «stimmgewaltige und mit beängstigender Tiefe ausgestattete Ursula Hesse von den Steinen» hervohebt. Auch sie zieht aber das Resummee: «Ein Abend, der mehr versprochen hat, als er halten konnte.»
Ähnlich sah es der Kritiker der «Zeit», der an der Inszenierung kein gutes Haar ließ, aber immerhin fand: «Und es wäre alles nichts, würden sich nicht Solisten wie Cora Burggraaf (Eva), Ursula Hesse von den Steinen (Lucy alias Lilith), Topi Lethipuu (Adam) und Georg Nigl (Lucifer) grandios in Rollen verausgaben, die keine sind. Und wäre da nicht die filigrane, immer wieder aufleuchtende Musik.»
www.zeit.de/2010/09/Oper
Ein «ausgezeichnetes Ensemble» sah auch die NMZ am Werk, während der Kritiker des Tagesspiegels ein «Opernuraufführungsdesaster» erlebte, auch und gerade in der Partitur: «Vor lauter Wagner-Imitation, „Psycho“-Geigen, ostinaten Figuren und hochvirtuos ins Nichts gehenden Perkussionslinien, mit einem Wort: hinter lauter Könnerschaftsbeweisen verschwinden seine ureigenen Talente.» www.tagesspiegel.de/kultur/ich-hab-mich-an-der-welt-erkaeltet/1690352.html