+ Welches ist das erste Buch, an das Sie sich erinnern?
Grimms Märchen mit den Zeichnungen von Ludwig Richter – die meine Phantasie auf das Schönste beflügelt haben.
+ Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
Ich lese immer mehrere Bücher gleichzeitig. Ich empfinde das als ausgesprochenen Luxus. Ich habe mir kürzlich wieder Bücher herausgesucht, die ich schon lange besitze und wieder lesen möchte: Knut Hamsuns «Pan», Stefan Zweigs «Die Welt von Gestern», Egon Friedells «Kulturgeschichte der Neuzeit». Unter den aktuellen Büchern waren das zuletzt die zum 70. Todestag wieder neu aufgelegte Joseph-Roth-Biografie von Wilhelm von Sternburg, Walter Kappachers «Fliegenpalast» und Daniel Kehlmanns «Ruhm».
+ Wann und wo lesen Sie am liebsten?
Am liebsten würde ich nachmittags lesen – im Sommer in einer Hängematte, im Winter auf einem gemütlichen Sofa, wie man es immer auf Gemälden sieht. Alles schöne Träume. Ich lese berufsbedingte Lektüre am Vormittag und «meine» Bücher abends, nachts – im Bett.
+ Wann und wo hören Sie Hörbücher?
Im Auto. Ich fahre viel und lange Auto. München–Berlin. München–Wien. Zuletzt habe ich alle Josef-Hader-Hörbücher gehört. Er ist ein Genie.
+ Von wem lassen Sie sich Ihre Lektüre empfehlen?
Von den Medien, die ich lese, «Frankfurter Allgemeine», «Süddeutsche», «Zeit», «Spiegel». Aber auch von Freunden und von Kollegen in meinem Metier.
+ Glauben Sie, dass Sie auch in zehn Jahren noch Bücher lesen werden?
Wenn ich noch lebe – selbstverständlich.
+ Welchen Autor würden Sie gern persönlich kennenlernen?
Brecht.
+ Mit welcher literarischen Figur wären Sie gern befreundet?
Mit dem Kleistschen «Käthchen». Sie rührt mich in ihrer Unschuld und Unbedingtheit.
+ Welche Szene aus Ihrem Lieblingsbuch steht Ihnen lebendig vor Augen?
Es gibt kein Lieblingsbuch. Unter den vielen Geschichten, die ich in meinem Kopf lebhaft bebildert habe, hier eine: Die Enthauptung der Maria Stuart, wie Stefan Zweig sie beschreibt, aber auch Historiker, die Erlebtes weitergegeben haben. Das kleine Hündchen, das sich unter Marias weitem Rock verbirgt und ihr zum Schafott folgt, der Henker, der den abgehackten Kopf greifen will – und nur Marias Perücke in der Hand hat.
+ Welches Buch würden Sie – wem? – gerne vorlesen?
Märchenbücher, klassische, aber auch mehr schräge, wie von Tomi Ungerer, Jean-Jacques Sempé und Maurice Sendak – meinem Enkel und meinen kleinen Nichten und Neffen.
+ Welches Buch lesen Sie immer wieder?
Brechts «Arbeitsjournal», Schnitzlers «Fräulein Else», die gebundenen Jahrgänge der Zeitschrift «Film und Frau» aus den fünfziger Jahren, die mein Mann mir geschenkt hat.
+ Welche beiden Autoren würden Sie gern einmal zusammenbringen?
Roberto Saviano und Umberto Eco.
+ Welches Buch würden Sie keinesfalls auf die berühmte Insel mitnehmen?
Ein Kochbuch.
Die in Wien geborene Senta Berger ist als Schauspielerin aus Film und Fernsehen bekannt, wo sie mit den berühmtesten Kollegen zusammenarbeitete. Sie ist mit Michael Verhoeven verheiratet, mit dem sie auch eine Film-Produktionsfirma betreibt, und lebt in München und Berlin.