Der 30. Februar
Sie warten jetzt seit 297 Jahren auf ihren ersten Geburtstag. Jene Schweden, die am 30. Februar 1712 geboren wurden.
Elisabeth Andersdotter Köhler zum Beispiel. Sie wurde in Sonstorp geboren und starb am 22. Oktober 1797 in Södra Gruvan. Oder Anna Larsdotter, geboren in Frykerud, gestorben ebd. am 10.01. 1775.
Ja, den 30. Februar 1712 gab es wirklich in Schweden. Nachdem der katholische Teil Europas schon 1582 zum gregorianischen Kalender gewechselt war, blieben viele Protestanten lieber beim julianischen. Und gar nicht entscheiden konnten sich die Schweden: eigentlich wollte man einen schleichenden Übergang wählen und ab 1700 die Schaltjahre ausfallen lassen, bis man synchron mit dem gregorianischen Kalender gewesen wäre. Doch dann vergaß man 1704 und 1708, was man beschlossen hatte, und war plötzlich (wegen des ausgefallenen Schalttages 1700) dem julianischen Kalender einen Tag voraus. So dass man beschloss, den ausgefallenen Tag zu ersetzen und als 30. Februar in den Kalender einzufügen. Der Pastor Svven Hall nutzte damals die einzigartige Gelegenheit, um seine Elena Jäppdotter Duue zu heiraten - und lief so niemals Gefahr, seinen Hochzeitstag zu vergessen. Ebensowenig wie der Schmiedemeister Petter Hafren, der die Magd Helena Roser am 30. Februar 1712 ehelichte.
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