Als "Bildermacherin" will sich die 1938 geborene Fotografin Mara Eggert verstanden wissen. Was bescheiden klingt, soll vor allem der Abgrenzung dienen. Denn obwohl Eggert seit mehr als vier Jahrzehnten, mit "einer schweren und lauten Sucherkamera, bis zu zwölf geladenen Magazinen sowie Stativen" (Klaus Honnef) bewaffnet, im Theater fotografiert, so ist sie doch nicht daran interessiert, die Inszenierungen, denen sie ihre Bilder verdankt, zu dokumentieren.
Vielmehr sucht sie in dem, was sich auf der Bühne abspielt, die symbolischen Momente: ihre Bilder zeigen Liebe und Leidenschaft, Freundschaft und Einsamkeit, Zärtlichkeit und Gewalt, durch Theatralisierung und Linse doppelt verdichtet.
"Dem Theater der Bilder von Mara Eggert liegt ein geheimnisvolles System zugrunde. Die Fotografien, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, laden sich gegenseitig mit einer derartig unmittelbaren Energie auf, dass sie dem Betrachter den Eindruck vermitteln, als befinde er sich Seite für Seite in einem eigens für ihn persönlich erfundenen Fantasieraum, der ihm die größtmöglichen Assoziationen und Träumereien erlaubt", schreibt Hans Neuenfels im Katalog zur Bonner Mara Eggert-Ausstellung über diese Theaterfotografin, die keine sein will.
Neben Neuenfels würdigen Verena Auffermann, Klaus Honnef, Claude W. Sui, Christoph Vitali und Peter Weiermeier die Ausnahmeerscheinung Mara Eggert. Ihr Werk wird in 120 Abbildungen vorgestellt.
Mara Eggert
Theater der Bilder.
Theatre of Images
Zweisprachige Originalausgabe (dt./engl.)
224 Seiten, 120 Abbildungen, 29,95 Euro.