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Cecilia Bartoli

Superstimme, Superstar

Beruf: Sängerin

geb.: 4. Juni 1966, Rom

Etappen: Besuch des Conservatorio di Santa Cecilia in Rom; frühe künstlerische Höhepunkte mit Auftritten bei den Salzburger Festspielen und den Opernhäusern Zürich, Bologna und Wien; Zusammenarbeit u.a. mit Claudio Abbado, Daniel Barenboim, Riccardo Chailly, Nikolaus Harnoncourt, James Levine, Sir Neville Marriner, Zubin Mehta und Riccardo Muti; zunehmendes Interesse an der Zusammenarbeit mit spezialisierten Ensembles für Alte Musik

Lebenslauf:

Cecilia Bartoli wurde in eine Sängerfamilie in Rom hinein geboren und hatte die besten Voraussetzungen, um ihr Talent auszubilden. Bereits mit neuen Jahren bestand sie ihren ersten Auftritt als Hirtenjunge in «Tosca», kurz darauf begann sie, ihre Fähigkeiten am Conservatorio di Santa Cecilia zu vervollkommnen. Sie muss schon immer stimmlich überzeugt haben, so sehr, dass Riccardo Muti sie nach der Mitwirkung in einer Talentshow im italienischen Fernsehen sofort zum Vorsingen an die Scala einlud.

Die Protektion namhafter Größen des Opernbetriebs hat Bartoli allerdings nicht mehr lange nötig gehabt, aus der «Baby Diva» mit dem medialen High Profile wurde eine eigenwillige und selbstbewusste Künstlerin - die trotzdem oder gerade deswegen sensationelle Erfolge feiert, und das mit CDs, die sich vermeintlich unspektakulären Werken von Vivaldi, Gluck oder Salieri widmen.

Ihr angesichts der Branchen­situation verblüffender Erfolg beruht auf einem scheinbar einfachen Rezept. Bartoli bietet ihren Hörern brillante Aufführungen wunderbarer Musik von Komponisten, die lediglich scheintot sind. «Am Interpreten liegt es», so brachte sie selbst es einmal auf den Punkt, «den Reiz, die Schönheit, den Zauber dieser Musik lebendig werden zu lassen. ... Es muss nur die richtige Sängerin sich hinstellen, und es reißt mit.»

Cecilia Bartoli begibt sich gern in die musikalischen Archive und konzentriert ihre Arbeit auf einzelne Phasen, in denen sie sich etwa in die italienischen Romantik oder zuletzt die Aufarbeitung von Kastraten-Arien vertieft. Mailand zum Beispiel sei eine wahre Fundgrube an alten Noten, erzählt sie im «opernwelt»-Interview und «der Erfolg hängt davon ab, ob ich die Stücke finde, die mir und meiner Stimme am besten entsprechen".

Den Erfolg hat sie, Bartoli ist ein echter Superstar des Klassikbetriebs. Zu solch einer Karriere gehören spektakuläre Absatzzahlen natürlich dazu. Nicht nur die Konzertkarten für ihre weltweiten Gastspiele und Tourneen verkaufen sich bestens, auch ihre CDs sind ein echter Kassenschlager. Viele Millionen Mal sind ihre Soloalben schon über die Ladentische gegangen. Grammys, Echos und Bambis, Brit Award und der französische Victoire de la Musique - Bartolio hat so ziemlich jeden wichtigen Klassik-Preis schon abgeräumt. In Italien wurde sie zum «Cavaliere» ernannt, in Frankreich als «Chevalier des Arts et des Lettres» und in London als «Honorary Member» der Royal Academy of Music ausgezeichnet. 

Ein englischer Kritiker nannte Bartoli einmal «gloriously uncontrol­lable», sie selbst allerdings sucht in der Musik eher das Gegenteil von Unkontrolliertheit, die Balance: «Jeder träumt davon, die innere Balance mit sich selbst zu finden. Ich auch. Für niemand ist das leicht und niemand hat das gepachtet. Mich hält vor allem das Musizieren im Gleichgewicht.»



blo, Foto: Uli Werner

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