Beruf: Sängerin (Mezzosopran)
Geboren: am 26. Mai 1973 in Brno
Schlaglichter/Etappen: 1995 1. Preis beim Internationalen Mozart-Wettbewerb, Salzburg; 1996-1997 Engagement an der Wiener Volksoper
Auszeichnungen: Echo Klassik (2000, 2002); Gramophone Award (2001, 2003, 2004); Person of the Year in Culture (2002, 2003); Chevalier dans l'Ordre des Arts et des Lettres de la Republique Francais (2003)
«Kozená hat einfach alles!» - The Independent
Sie bringt die Musikkritik zum Schwärmen: Ob es der «makellose Glanz» ihrer Stimme ist , ihre «vokale Souveränität» oder das «lupenreine Timbre» - es besteht kein Zweifel daran, dass die tschechische Mezzosopranistin als eine der besten ihres Fachs angesehen wird.
Dabei stößt sie nach eigenem Dafürhalten oft an die Grenzen ihrer Stimme und ärgert sich dann, dass sie nicht Instrumentalistin geworden ist: «Wenn Sie eine brillante Technik haben, dann sind sie zumindest rein handwerklich in der Lage, alles zu spielen. Sie können also frei entscheiden, ob Sie dieses oder jenes Stück spielen wollen. Als Sänger sind Sie
einfach beschränkt. Egal, wie nahe Sie sich einer Rolle fühlen, egal, wie sehr Sie davon überzeugt sind, dass Sie gerade diese Rolle mehr als überzeugend zu interpretieren vermögen: Sie sind immer abhängig von dem, was Ihre Stimme kann. Und was sie nicht kann. Das regt mich manchmal ein bisschen auf.»
Besonders gerne testet Kozená, die ihren Karriere-Durchbruch 2000 erlebte, als sie bei den Wiener Festwochen als Nero in Monteverdis «Die Krönung der Poppea» für die erkrankte Anne Sofie von Otter einsprang, ihr stimmliches Können an barocken Arien. Barockmusik findet sie «irgendwie frischer als romantische und moderne Musik»: «Die Struktur ist klar. Die Harmonik verständlich. Nachvollziehbar. Sie wissen zu jedem Zeitpunkt, wo Sie sind in diesen Stücken.»
Das bedeutet nicht, dass Kozená auf die Erforschung anderer musikalischer Epochen verzichtet, ganz im Gegenteil: ob in der Zusammenarbeit mit ihrem pianistischen Begleiter Malcolm Martineau oder mit ihrem Mann Sir Simon Rattle, die Mezzosopranistin will nicht zur Spezialistin werden, denn sie glaubt: «Man kann niemals vorhersagen, in welche Richtung sich die Stimme entwickelt, in fünf, in zehn Jahren...»